... we live the passion
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Erlebnisberichte

Little Steps to Autumn … von Johannes Martin

Denkste das Boot schafft das ???

Klar, mit diesen Worten und dem Tackle von drei Anglern auf einem 3.2m Schlauchboot legen Bemmy, Leon und ich am späten Freitagnachmittag ab. Das Hochwasser stemmt sich mit seiner ganzen Power gegen uns, doch unser tapfer kämpfender Motor, meistert die Situation gekonnt. Der für diese Nacht ausgewählte Platz passt auf die Verhältnisse wie angegossen. Unsere Montagen liegen gefächert in den Strömungsschatten, die die Beschaffenheit des Platzes entstehen lässt.

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La Tour Difficile … von Johannes Martin

Kurz nach 5 Uhr morgens …

Mit dem Boot im Schlepptau bewegten wir uns Kilometer für Kilometer in Richtung unseres Zielortes. Das Geräusch der klackernden Sauerstoffpumpe nahmen Bodo und ich schon gar nicht mehr wahr. Der Fußraum füllte sich langsam aber sicher mit leeren „Monster“-Dosen und aus den Boxen erklang seit einigen Stunden die „Gutwettermusik“ von den Volbeat-Jungs. weiterlesen

Klopfwaller … von Sven Dombach

Hallo Silures …

nach den schönen und teilweise auch kapitalen Fischen vom Ufer, habe ich in den letzten Tagen verstärkt das Wallerholz geschwungen. Auf unserer Party hat mir unser Freund Dani Wagner ein paar von ihm gebaute Hölzer zum testen gegeben.
Letzte Nacht war es dann so weit. Wir waren gegen 22 Uhr auf dem Wasser, welches mit 25 Grad auch zum Baden eingeladen hätte. Aber wir hatten ja etwas anderes vor, Wallerfischen vom treibenden Boot unterstützt durch das Holz und den Köder direkt unter uns.

Für mich gibt es keine spannendere Methode unserem Urian nachzustellen, als genau das. Beim „Waller-TV“ schauen lernt man viel über ein Gewässer und seine Bewohner. Und es macht mir Gänsehaut, wenn endlich die ersehnten Striche und Balken auf dem Echolot erscheinen.

Es war die perfekte Nacht zum Driften …

Drückende Schwüle, viel Aktivität an der Oberfläche und ich war mir sicher, dass ich mir für heute Nacht genau die richtige Strecke ausgesucht hatte. Nach kurzer Zeit war klar. Sie sind heute sehr aktiv. Immer wieder zeigen sich Fische auf dem Bildschirm in allen Gewässertiefen. Sie steigen zum Teil so schnell und aggressiv nach oben, dass es nur noch Sekunden bis zum Biss dauern sollte. Aber nix da. Keine Aktion am Köder über Stunden. Meine Motivation war sehr groß und die Aktivität unter dem Boot lässt die Zeit im Flug vergehen. Der Biss kann schließlich jederzeit und unerwartet kommen. Es war schon fast 3 Uhr am Morgen und ich wollte zum Schluss der Driftung noch eine tiefe, lang gezogene Außenkurve befischen.

Auch hier waren viele Fische unterwegs und die Spannung steigt immer weiter, weil im letzten Jahr genau an dieser Stelle ein wirklich kapitaler Fisch eingestiegen ist. Ein fettes Echo über Grund verrät einen guten Fisch. Schnell lasse ich meinen Köder ab, bis die Schnur erschlafft, dann zwei Umdrehungen mit der Rolle und der Köder sollte genau das Epizentrum passieren. Das Echo zeigt Reaktion und genau in diesem Moment spüre ich einen leichten, seitlichen Zug an der Schnur. Ich quittiere das Geschehen mit einem kurzen, harten Anschlag aus der Hand und was soll ich sagen ein unglaublicher Tanz beginnt.

Der Waller tobt unter dem Boot, welches sich sofort mit der Spitze gegen die Strömung stellt und dann langsam flussaufwärts gezogen wird. Mir ist sofort klar, das ist ein Guter. Nach einigen langen Fluchten und hektischen Schlägen in die Schnur zeigt sich mein Gegner dann doch im Schein der Kopflampe.

JAAAAAWOLLLLLLLLLLLLLLL!!!!!!!!!!!!

Ein absolut geiles Gefühl. In diesem Moment wird mir klar, dass ich gerade den ersten guten Fisch mit unserer honiggelben Klopfrute BALROK drille. Einfach genial das Teil. Die Rute ist nie am Limit und man hat die absolute Kontrolle über den Fisch. Dieser zeigt mir seine Zähne und mit einem beherzten Griff schiebe ich ihm meine Hand über den Kiefer und halte ihn fest. Kurz Luft holen und dann den Fisch etwas drehen und über die Seite ins Boot ziehen.

Geschafft …

Da liegt er vor mir, der ersehnte Klopfwaller. Er füllt mit seinem massigen Körper den Innenraum meines Schlauchbootes komplett aus. Der Fisch streift die 2 Meter Marke und ich freue mich wirklich sehr ein solch prächtiges Schauspiel erleben zu dürfen.

Langsam küsst der Morgen die vergehende Nacht und es ist bereits hell, als mein Tackle im Auto verladen ist. Auf der Rückfahrt im Auto lasse ich das Geschehen noch mal vor meinem geistigen Auge ablaufen. Ein Grinsen gepaart mit dem Gefühl tiefster Zufriedenheit begleiten mich nach Hause.

In diesem Sinne …

Jingle Bells auf Spanisch … von Johannes Martin

Alles begann auf dem Weg zur Wallermesse …

nach Straubing im November 2009. Mein Freund Carsten suchte noch einen Partner für seine „Feiertags-überbrückungstour“ und fragte ganz hämisch: „Hannes, was machst du denn über Weihnachten und Silvester?“. Er wusste genau was er mit diesen Worten in mir anrichtete. Einen Gewissenskonflikt der Seinesgleichen suchte. Sofort schossen mir die Bilder der Ebro-Giganten in den Kopf. „Mann wäre das geil!“, dachte ich mir und begann mir sofort alles auszumalen. weiterlesen

Hochwassertage … von Johannes Martin

Ein knapper Meter!? … hmm … das reicht

murmle ich vor mich hin, als ich die Karausche beim Blick auf das Echolot lospaddeln lasse. Das kaffeebraune Wasser um mich herum sprudelt wortwörtlich vor Leben. Die Weißfische erfreuen sich an den vom Hochwasser aufgewirbelten Proteinbomben, die ihnen die Strömung mundgerecht serviert. Die Raubfische markieren den lachenden Dritten und stürzen sich mit vollem Körpereinsatz ins reichlich gedeckte Buffet.

Kurze Zeit später beobachten Leon und ich dieses Treiben von Land aus, hinter den fertig präparierten Ruten sitzend. Immer wieder schießen Döbel und Rapfen auf der Jagd aus dem Wasser und scheuchen die Kleinfischschwärme hin und her. Der große Schwarze zeigt sich zwar bisher noch nicht, jedoch ist seine Anwesenheit praktisch spürbar, denn bei so einem Inferno für seine Rezeptoren und Sinnesorgane wird er gar nicht anders können, als seine Barteln früher oder später in unsere Richtung zu schieben. Währenddessen hängen unsere Köder wie kleine Extra-Bonbons im besagten „Buffet“ und warten sichtlich nervös auf einen Abnehmer.

Nach einer überstürzten Fluchtaktion meiner Karausche scheint es endlich soweit zu sein. ER hat den Weg zur Speisekammer tatsächlich gefunden und beendet mit einem harten Ruck die hektischen Fluchten des Köderfischs. Der ebenso kräftige Anhieb geht voll ins Leere, was bleibt sind ungläubige Blicke und ein verschleimtes Vorfach.

Doch lange Zeit zur Trauer bleibt nicht …

denn Leon macht es Minuten später besser und setzt einen Volltreffer! Das flache Wasser beginnt schlagartig zu kochen und „klatsch“, teilt der Waller die Oberfläche mit seinem Schwanz. What a feeling!!! Unsere Ohren lassen uns erahnen, dass der Fisch wohl „metrig“ sein müsste, was die herrlich gebogene Rute bestätigt. Nach einigen heftigen Fluchtversuchen und einer problemlosen Landung, kann Leon seinen schönen Fang stolz im Blitzlichtgewitter präsentieren.

Das Treiben an der Wasseroberfläche beruhigt sich nun allmählich. Der Fisch ist zurück in der braunen Brühe und wir quatschen noch ein bisschen über das Geschehene bis wir schließlich einschlafen.

Der Rest der Nacht bleibt mit Ausnahme einer weiteren Fehlattacke ruhig, bis um 5 Uhr der Wecker klingelt. Zufrieden verstauen wir unsere Sachen im Auto und machen uns auf den Weg in Richtung Heimat.

12 Uhr … ich sitze in der Mittagspause

Das Hochwasser, die vergangene Nacht und die vergebenden Chancen immer noch vor Augen. Der Blick auf die vom Waller demolierten Finger und die „Angst“ diese Hochwasserphase nicht optimal ausnutzen zu können lassen mir keine andere Wahl als Leon eine SMS zu schicken, was er denn heut Abend so „geplant hätte“. Das geantwortete „Bin dabei!“ hatte zur Folge, dass wir uns einige Stunden später wieder auf Weg zum Spot befinden. Leider mussten wir feststellen, dass das Wasser ca. 25cm gefallen war und den Platz von tags zuvor vom „Hot Spot“ zum „Not Spot“ machte.

Flexibilität zahlt sich beim Fischen immer wieder aus und so schafften wir es unsere Köder an diesem Abend doch noch pünktlich zur heißen Phase an einem anderen Ort in die Verlosung zu bringen.

Die Dämmerung schafften wir ohne „personelle Einbußen“ an der Front

Mitten in die Tiefschlafphase platzt dann eine Attacke, der man ohne weiteres einen richtig guten Fisch hätte zuordnen können. Zum Vorschein kommt allerdings ein kleiner, aber für seine Größe unheimlich fetter Wels, der um das Entfernen des unfreiwilligen Piercings bittet.

Danach geht‘s wieder in den Schlafsack …

an dem sich mittlerweile etliche Nacktschnecken zu schaffen machen, da ich das Fußende beim Aufspringen in die Wiese habe fallen lassen und ihnen so einen genialen Kletterparcour schuf. Und Kai, lass es dir an dieser Stelle gesagt sein, bei deinem Bericht „Als der Regen kam“ konnte ich bei der Stelle mit den Nacktschnecken mitfühlen, denn es sind auch meine absoluten Lieblingstiere. Dementsprechend groß ist meine Begeisterung in dem Moment, als ich beim Aufheben des Schlafsacks voll in eine dieser Schleimbazillen reingreife! Nachdem ich meinen ungeplanten Besuch höflich „zur Tür gebeten“ habe, verkrieche ich mich wieder im Nightwarrior.

War das grade eine Attacke!?!?

Der Blick zur Rute … jawollja!! Da geht’s vorwärts! Also nichts wie hin, Anhieb setzen und pumpen. Diesmal hat sich scheinbar der Zwillingsbruder des grade erst zurückgesetzten Fisches am Köder vergriffen und schlägt jetzt verzweifelt in die Schnur.

Die Nacht bleibt von nun an ruhig …

sodass wir noch einige Zeit Schlaf finden bevor‘ s erneut heißt, Tackle packen, duschen, Büro. Ein wenig Wehmut ist schon dabei, als wir im Morgengrauen die Montagen abschlagen. Doch so ein Start in den Tag lässt so einiges verschmerzen, vor allem wenn man die Gewissheit hat, in naher Zukunft wieder zurückzukehren. Auch wenn dieses Mal mit einer Ausnahme ausschließlich die „Kurzen“ unterwegs waren, hat dies dem Fazit der Tour nicht geschadet. Denn auch hier muss ich meinen Freund Kai wieder zitieren, der mal irgendwo schrieb „Wer den Kleinen nicht ehrt, ist des Großen nicht wert“. Kai, 1000% agree!!!

Denn wenn es solche Tage nicht gäbe, wüssten wir Zeiten in denen die Großen laufen nicht mehr zu schätzen und die „Suche nach den wahren Giganten“ wäre nicht mehr das was sie ist!

In diesem Sinne …

Gute Zeiten … von Sven Dombach

 

 

Hallo Silures …

ich möchte Euch erneut einen wunderschönen Wels aus der Heimat präsentieren. Ich bin wirklich sehr beeindruckt, welch ein Potential unsere Flüsse in Deutschland haben.

Für diese Saison hatte ich mir vorgenommen konsequent und regelmäßig mein Heimatgewässer zu befischen. Die Spotsuche und Lokalisierung der Fische war für dieses Vorhaben natürlich die Voraussetzung und die Arbeit zahlt sich wirklich aus.

Ich lerne bei jedem Ansitz wieder etwas Neues dazu …

und erfahre unheimlich viel über das Gewässer. Wie so oft sind es Kleinigkeiten, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Wenn man so regelmäßig ein Gewässer befischt, hat man Zeit zum experimentieren und ausprobieren. Das ist sehr spannend und bringt einen weiter, auch für das Fischen an anderen Gewässern.

Bei der momentanen Bestandsdichte und mittlerweile auch beachtlichen Durchschnittsgröße freue ich mich auf die kommenden Jahre, denn auch in unseren Gewässern wachsen still und heimlich die Giganten heran. Jeder, der sich ein bisschen Arbeit macht und etwas Zeit aufwendet, wird dafür belohnt.

Im Moment wird mein Gewässer sehr wenig, gezielt auf Wels befischt …

Viele reden davon, aber in letzter Konsequenz lassen sie sich zu schnell von dem ein oder anderen erfolglosen Ansitz in ihrem Tun verunsichern und stellen das Fischen nach kurzer Zeit wieder ein. Das ist ein Fehler. Hier gilt es weiter zu machen und ein Gespür für den Fisch und das Gewässer zu entwickeln. Wer ein paar Dinge beachtet, wird auch zu seinem Zielfisch kommen.

Aber wer diesen steinigen Weg weiter geht und dann endlich regelmäßig Erfolg hat …

sollte behutsam und vorsichtig mit seinen Fischen umgehen. Damit meine ich nicht den schonenden Umgang mit den gefangenen Fischen (Drill, Landung, Haken lösen, etc.), das setze ich an dieser Stelle einmal voraus. Vielmehr geht es mir darum, dass jedem bewusst sein sollte, dass ein Fisch, der einem Gewässer entnommen wird, dort immer eine Lücke hinterlässt. Weg ist weg und wer das regelmäßig macht, lässt die Population unweigerlich wieder schrumpfen. 2-3 erfolgreiche Fischer können einen Gewässerabschnitt in einem kleinen Gewässer in kurzer Zeit leer räumen. Und es dauert danach wieder sehr lange bis die Natur diesen Verlust kompensieren kann.

Die Bestände sind nicht unerschöpflich. Je kleiner ein Gewässer ist, desto größere Bedeutung hat das „catch and release“. Das gilt natürlich nicht nur für den Wels, sondern auch für andere Fischarten. Immer wenn ein Fischer regelmäßig Fisch fängt, sollte er sich das vor Augen halten.

Denkt mal drüber nach, haltet Maß und geht Euren Weg weiter, es lohnt sich !

In diesem Sinne …