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Interviews

Speed Interview mit Sven Dombach … von Florian Läufer

„Wir machen das, was wir meinen am besten zu können!“

 

Florian: Sven, du kommst gerade aus Frankreich zurück, wohin du innerhalb kürzester Zeit zwei Touren unternommen hast, die unterschiedlicher nicht hätten laufen können. Was war passiert?

Sven: Ja klar! Die erste Tour habe ich mit Hannes gemacht und dabei ging es an die kleine Rhone. Und da hat im Prinzip von der ersten bis zur letzten Minute alles planmäßig geklappt. Als wir nach der Anreise ankamen, herrschten am Wasser ziemlich gute Bedingungen. Dafür, dass wir Hochsommer hatten, waren die Wassertemperaturen nicht so hoch wie erwartet – also um 23 oder 24 Grad. Das ist auf jeden Fall noch eine Fress-Wassertemperatur. Außerdem haben wir jeden Tag sehr gute Köderfische bekommen und von der Platzauswahl haben wir einfach ins Schwarze getroffen. Direkt in der ersten Nacht haben wir dann auch gleich einen Fisch von 2,22 Meter gefangen. Und so hat sich dann die ganze Woche durchgezogen. Am Ende waren es 19 Fische, davon fünf Zwei-Meter-Bollen und einer davon hatte sogar 2,35 Meter. Ja, das war ne runde Sache! Und, was für mich immer wichtig ist bei `nem Trip: Ne super-tolle Zeit mit Hannes gehabt. Tolle Gespräche geführt und uns einfach bestens verstanden. Wir haben uns den Erfolg geteilt.

Florian: Und dann kam die zweite Tour…

Sven: …und die fing schon damit an, dass wir erstmal einen Platten hatten im Reifen. Nach der Reparatur war auf der kompletten Hinfahrt ganz viel Stau und sehr schlechtes Wetter. Es hat wirklich sehr, sehr heftig geregnet in Frankreich, so dass wir teilweise gar nicht weiterfahren konnten. Als wir irgendwann ankamen schafften wir es aber trotzdem noch die Montagen ganz gut zu legen und es biss sogar gleich in der ersten Nacht ein guter Fisch, aber der ist uns dann letzten Endes verendet…Aus welchem Grund wissen wir nicht genau, ich vermute aber er hat eine Laktatschuld angehäuft. Das bedeutet, seine Muskulatur war übersäuert und er konnte das angehäufte Laktat, also die Milchsäure, nicht mehr abbauen und wahrscheinlich ist dabei sein Kreislauf zusammengebrochen und deswegen ist er gestorben. Danach lief dann alles schief. Wir hatten unzählige Fehlbisse, die Fische hingen einfach nicht. Uterm Strich hatten wir nur eine Handvoll Fische und das ist einfach für eine Woche Rhone zu wenig. Aber: That’s fishing!

Florian: Du bist ja vor allem auch in Deutschland sehr aktiv auf Wels unterwegs. Was unterscheidet die deutsche Angelei von der in südlicheren Regionen?

Sven: Na ja, auf jeden Fall die Fischgröße und die Fischanzahl. In Deutschland muss man sich nicht nur mit weniger, sondern auch mit wesentlich kleineren Fischen zufrieden geben. Und natürlich die Rahmenbedingungen: Aufgrund der Gesetzeslage dürfen wir meist nur mit zwei Ruten fischen und der lebende Köderfisch scheidet zusätzlich aus. Das bedeutet, dass wir mit anderen Methoden und mit toten Köderfischen, Wurm oder Kalamari fischen müssen. Außerdem muss man noch viel genauer und konzentrierter bei der Arbeit sein, als im Ausland. Wenn man mit diesem Mitteln Fische fangen will, muss man perfekt arbeiten. Es ist einfach schwerer in Deutschland!

Florian: Trotz der geringeren Fischgewichte in Deutschland bist du mit erheblichem Einsatz dabei. Wie vereinbarst du das mit deinem Berufs- und Privatleben?

Sven: Aufgrund meines Jobs als Lehrer – mit der Schule direkt vor der Haustür – habe ich natürlich ideale Rahmenbedingungen. Durch relativ viel Freizeit kann ich diese Passion eben sehr intensiv betreiben. Meine Family, also meine Frau und mein Kind, spielt da komplett mit. Das war natürlich nicht immer einfach und wir haben auch viele Gespräche deswegen geführt, aber mittlerweile haben wir den Deal, dass meine Frau mich soweit unterstützt, wie es möglich ist und mir meine Freiheit gönnt, ohne dass unsere Beziehung darunter leidet. Ja, und diese Kombination aus Job und toller Frau ermöglicht mir, dass ich im Schnitt zwei-, dreimal die Woche raus kann. Und das mach` ich dann auch.

Florian: Du sagtest mal vor einiger Zeit, dass 2012 DEIN Jahr ist. Was lief anders als in den Jahren zuvor?

Sven: Es ging mit Hannes beim Winterfischen schon sehr gut los, denn wir hatten ein paar Sessions hier in der Heimat, wo wir wirklich sehr, sehr gute und auch viele Fische fangen konnten, was für die Winterfischerei ja gar nicht so üblich ist. Dann kam der Frühjahrstrip, wo ich meinen bisherigen PB, den 2,51er, an der kleinen Rhone in Frankreich fangen konnte. Mit diesem positiven Feeling durch den Fisch lief es dann auch hier in der Heimat. Ich hatte dann einen großen Fisch im Main und diverse gute Fische aus meinem Hausgewässer und dann kam auch schon der eben beschriebene Trip an die kleine Rhone. Ich kann mich dieses Jahr wirklich nicht beschweren. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, das läuft von alleine. Der zweite Frankreichurlaub hat mich dann aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Aber insgesamt war das Jahr sehr positiv, da gibt’s gar nichts zu meckern.

Florian: Inzwischen haben sich deine Fänge durch facebook, aber ganz besonders auch über deine Webseite www.clansilure.com verbreitet. Kannst du ein bisschen mehr über deine Internetpräsenz berichten?

Sven: Die Webseite haben wir seit rund 2,5 Jahren und dahinter steckt die Idee, über die Internetpräsenz zu versuchen, unsere Einstellung vom Wallerfischen zu vermitteln. Wir schreiben regelmäßig Berichte über Fänge, Methoden und andere Ereignisse am Wasser. Das ganze unterlegen wir mit schönen Bildern – das ist unsere Seite. Wir hatten auch mal überlegt ein Forum und einen Online-Shop zu integrieren, aber letztendlich sind wir davon abgekommen. Jetzt machen wir einfach das, was wir meinen am besten zu können: Berichte schreiben und schöne Fotos machen und das soll ausreichen.

Florian: Ich merke schon: Du lebst das Wallerangeln regelrecht. Was wird man in Zukunft von dir erwarten können? Hast du Pläne im Hinterkopf?

Sven: Ja, natürlich! Weiter Berichte schreiben, weiter viel fischen gehen, weiter viele Fische fangen und sich in der Fischerei immer weiterzuentwickeln. Man sollte niemals behaupten, am Ende angekommen zu sein, weil man jeden Tag am Wasser noch etwas dazulernen kann. Jede gefischte Stunde bringt einen weiter. Aber eine ganz konkrete Sache die wir verfolgen, ist ein Wallerbuch! Ich werde mit meinem Freund und Partner Hannes – Johannes Martin – im nächsten Jahr ein Buch herausbringen zum Thema Wallerfischen. Das wird ein etwas anderes Werk sein und es wird heißen „Passion Silure“. Da geht’s genau um das, was ich vorhin schon beschrieben habe: Um unsere persönliche Auffassung des Wallerfischens und wie wir es betreiben. Dabei geht es nicht nur um technische Dinge, sondern es werden auch viele Emotionen dabei sein. Aber ich möchte nicht zuviel verraten. Es wird auf jeden Fall ein spannendes Projekt, auf das ich mich schon sehr freue. Nächstes Jahr im Herbst wissen wir alle mehr davon…

Florian: Du hast sicherlich schon eine ganze Menge am Wasser erlebt. Was waren deine schönsten und deine schlimmsten Momente beim Wallerangeln?

Sven: Die schlimmsten Momente sind natürlich immer die, wo man am Wasser sitzt, es funktioniert irgendwas nicht und man hat keine Erklärung warum das so ist! Aber natürlich ist mir bewusst, dass gerade diese Momente mich anglerisch weiterbringen. Wenn immer nur alles funktioniert, lernt man nichts. Erst wenn man sich Gedanken über Misserfolge macht, entwickelt man sich weiter. Im Moment, wo man diese Dinge erlebt, fühlen sie sich nicht gut an, aber langfristig gesehen hilft es eigentlich besser zu werden.

Ja, und die schönsten Momente sind für mich persönlich, wenn ich mit einem guten Freund abends am Wasser bin, die Ruten ausgelegt sind, keine Schiffe mehr fahren und die Natur noch intensiver wahrzunehmen ist. Das sind immer wieder die schönsten Momente. Wenn das dann noch gekrönt wird mit einem guten Fisch – das ist dann der perfekte Moment.

Florian: DAS fand ich jetzt gerade spannend: Dass du nicht gleich gesagt hast, der dicke Fisch an sich wäre das schönste Erlebnis, sondern das Erleben der Natur mit guten Freunden und du erst dann den Fang erwähnt hast. Vielen Dank für deine offenen Worte in diesem Interview.

Ich wünsche dir und deinen Freunden viele schöne und gekrönte Momente am Wasser! 

Florian Läufer

Interview mit Thomas Flauger … geführt von Sven Dombach

 

Hallo Silures …

auf unserer Homepage möchten wir umfassend über das Fischen auf Wels informieren. Erlebnisberichte vom Wasser werden genauso beschrieben, wie Montagen und Methoden. Ein besonderes Highlight sind für mich aber immer unsere Interviews. Dabei treffen wir Menschen, die unseren Weg beeinflusst haben, bzw. die uns besonders am Herzen liegen. Mein Interesse für den Wels wurde Anfang der 90er Jahre durch das „Wallerbuch“ von Thomas Flauger geweckt. Ich habe dieses Werk seinerzeit verschlungen und ich kann nicht sagen, wie oft ich es bis zum heutigen Tage gelesen habe. weiterlesen