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Einsteigertipss – Knoten zum Wallerfischen

Aufmacher - M

Knoten zum Wallerfischen

Diskussionen im Angelbereich befassen sich meist nicht nur mit der Taktik, sondern auch oftmals mit der richtigen Geräteauswahl. Manchmal kommt es mir sogar so vor, als wäre das Material für einige Angler wichtiger als die eigentliche Vorgehensweise am Wasser. Vor allem wenn es darum geht große Fische, wie den Wels, sicher zu landen, wird mit Tragkraftwerten nur so um sich geworfen. Dabei wird oft vergessen, dass diese ganzen Hochleistungskomponenten ihre komplette Stärke erst dann ausspielen können, wenn sie von einem oder mehreren zuverlässigen Knoten zusammengehalten werden.Deshalb haben wir uns dazu entschieden diesem entscheidenden Detail eine komplette Einsteiger-Ausgabe zu widmen. Wir haben im Verlauf einer Session darauf geachtet an welchen Stellen wir welchen Knoten zum Einsatz bringen und erläutern euch dabei nicht nur, wie sie gebunden werden, sondern vor allem, warum wir uns für das jeweilige „Schnurkunststück“ entschieden haben…

No-Knot

Den Anfang macht ganz klar der Klassiker unter den bekannten Knoten, obwohl er, wie sein Name schon erahnen lässt, eigentlich keiner ist. Er wird hauptsächlich genutzt, um die Haken am Vorfachmaterial zu fixieren. Dabei wird die Schnur zuerst von hinten durchs Öhr geführt und parallel zum Hakenschenkel gelegt. Nun beginnt man damit, das andere Ende der Schnur mehrmals um den Schenkel und das Parallel-Stück zu legen.

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Wie viele Wicklungen ihr macht ist Geschmacksache, weniger als fünf sollten es jedoch nicht sein, sechs oder sieben sind ideal. Wichtig ist nicht nur, dass man, vor allem beim Mono, die Wicklungen sauber nebeneinander legt, sondern auch, dass man danach das Schnurende wieder von hinten durchs Öhr schiebt. Nur dann entsteht der für eine gute Bissausbeute verantwortliche Line-Aligner-Effekt. Das Ganze wird nun langsam zusammengezogen. Dabei sollte drauf geachtet werden, dass die Wicklungen sauber zusammenrutschen. Notfalls, muss mit dem Fingernagel etwas nachgeholfen werden.

Plättchen-Knoten

Ihr kennt sicher das Problem mit dem zu kleinen Haken-Öhr, welches ein doppeltes Durchschlaufen des Vorfachs unmöglich macht. Hier leistet der Plättchen-Knoten Abhilfe. Um ihn zu binden sind wir auf kein Öhr angewiesen, da er lediglich auf dem Hakenschenkel sitzt, wie bei einem Plättchen-Haken eben. Zuerst legt man die beiden Schnurenden in entgegengesetzter Richtung an den Schenkel des Greifers.

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Dann beginnt man, mit der am Haken-Öhr vorbeilaufenden Schnur des Bogens Wicklungen zu legen, direkt unterhalb des Öhrs. Die Anzahl der Wicklungen ist auch hier Geschmacksache, sechs oder sieben sollten es mindestens sein, bevor man das hervorstehende Ende der Schnur greift und den Knoten auf Spannung bringt.

Wirbelknoten

Das Herz einer jeden Montage bildet der Wirbel. Ihn befestige ich ausschließlich mit dem „Wirbel-Knoten.“ Dazu schiebe ich die Hauptschnur zunächst durchs Wirbel-Öhr, bis das überstehende Stück circa 10-12 Zentimeter lang ist.

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Dann lege ich direkt am Öhr eine Schlaufe und beginne damit den Rest sechs oder sieben Mal um die ankommende Hauptschnur zu wickeln. Das Schnurende wird jetzt zurückgeführt und durch die Schlaufe geschoben. Nun bringt man das Gebilde, wie immer langsam, auf Spannung.

Das Auge

Das sogenannte „Auge“ wird genutzt, um eine zuverlässige Verbindung zwischen Mono-Vorfach und Wirbel zu schaffen. Dieser Knoten stammt ursprünglich aus der Hochsee-Angelei und zielt darauf ab, Monofile ohne Quetschhülsen verarbeiten zu können. Man beginnt das Auge, indem man zunächst einen normalen Knoten legt, bei dem man das Schnurende jedoch nicht nur ein, sondern zwei Mal durchzieht.

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Jetzt zieht man das Ganze soweit zusammen, bis das Auge die gewünschte Größe erreicht. Das Endstück und das eigentliche Vorfach liegen nun parallel nebeneinander. Man greift sich nun beide und legt seine normale Schlaufe. Diese dreht man dann in sich so sein, dass eine „8“ entsteht und schiebt abschließend das Auge durch das obere Öhr der „8.“ Zusammenziehen, fertig.

Flexibilität durch Einschlaufen

Man checkt am Abend vor dem Auslegen die Rigs und stellt fest, dass der Drilling des Zwei-Haken-Systems stumpf oder schlicht zu groß bzw. zu klein für die zur Verfügung stehenden Köderfische ist. Wer faul ist redet sich dann ein, dass schon alles gut gehen wird. Wer dem schlechten Gewissen nachgibt, beginnt das komplette Vorfach neu zu knüpfen und verliert wertvolle Zeit. Beides ist nicht optimal.

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Um diesen Situationen aus dem Weg zu gehen macht es Sinn, den Drilling des Systems nicht wie üblich mit No-knot zu befestigen, sondern am Ende des Vorfachs einfach einen Schlaufenknoten zu machen. Der Drilling wird fort nur eingeschlauft, hält aber dennoch bombenfest und kann je nach Belieben ausgetauscht werden, während der Rest des Rigs in Takt bleibt.

Reißleine

Da das Binden und Befestigen der Reißleine eine Prozedur ist, die sich im Verlauf einer Session sehr oft wiederholen kann, darf sie auf keinen Fall zeitaufwendig sein. Deshalb mache ich daraus auch keine große Wissenschaft. Für Steinmontagen länge ich mir ein circa 10 cm langes Stück Mono ab, binde an beiden Enden eine Schlaufe, fädele eine Schlaufe durch die Schlaufe am Stein und sichere sie per „Zuzieher.“

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Das heißt ich führe ein Reißleinenende durch die Schlaufe am anderen Ende und ziehe zu – fertig. Da ich fast immer mit festem Stein fische, ist auch die Verbindung mit und zur Montage sehr simpel. Zwei bis drei normale Knoten genügen um den Stein mit dem hinteren Öhr des Wirbels zu verbinden.

Stopperknoten

Trotz diverser anderer Möglichkeiten für die Positionierung von Montagen-Komponenten sollte meiner Meinung nach jeder Angler den Stopperknoten beherrschen. Dazu verwendet man ein ca. 25 cm langes Stück Geflochtene, am besten Vorfachmaterial, welches man zuerst parallel zu der Schnur legt, die den Stopper später tragen soll.

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Anschließend legt man eine große Schlaufe, sodass die Enden der Stopper-Schnur in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Dann umwickelt man mit einem Ende die Träger- und die Stopperschnur und legt mehrere  Wicklungen. Danach zieht man das Ganze zusammen und erhält einen Stopper, der für viele verschiedene Einsatz-Zwecke verwendet werden kann. Um sich die Option offen zu halten, das Gebilde später nochmal nach zu spannen, sollte man die Enden nicht allzu kurz abschneiden.

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Not just details…

Trotz der großen Unterschiede in Aufbau, Aussehen und Aufgabenfeld sind bei der Herstellung der verschiedenen Knoten einige Kleinigkeiten zu beachten, die für jeden Einzelnen gleichermaßen gelten. So sollte man beispielsweise immer darauf achten, dass sich die Wicklungen sauber ineinander legen, da sie nur dann eine verlässliche Verbindung darstellen.Außerdem sollte jeder Knoten vor dem Festziehen befeuchtet werden, da sonst Beschädigungen auftreten können, die Tragkraft-Einbußen und im Schlimmsten Fall Fischverluste mit sich bringen. Des Weiteren macht es vor allem bei monofiler Schnur Sinn, den Knoten mit einem Stück Schleudergummi zu fixieren. Er hält die Wicklungen zusammen und schützt außerdem vor äußeren Einflüssen, wie beispielsweise dem Aufscheuern durch die Welszähne, im Verlauf eines längeren Drills.

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Einfach aber gewissenhaft…

Sicherlich ist das nur ein kleiner Auszug aus den möglichen Knotenverbindungen, die man zum Angeln, oder speziell zu Welsangeln herstellen und nutzen kann. Es ist hier aber wie so oft in Leben – man kann es treiben und übertreiben. Da ich meine Angelei und damit auch die Auswahl meiner Knoten so unkompliziert wie möglich halten möchte, würde ich am liebsten alles auf die gleiche Art und Weise miteinander verbinden. Da dies jedoch unmöglich ist, versuche ich die Anzahl der verwendeten Knoten auf einige wenige zu beschränken. Ich bin der Meinung, dass es für den letztendlichen Erfolg nicht wichtig ist, dass man das Knoten-Lexikon auswendig lernt, sondern dass man jeden Knoten gewissenhaft wickelt.

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Sven Dombach

Gründer von Clan Silure und Redakteur der Fachzeitschrift Cats illustrated.